Foto © Christoph Niederberger

Zelluloid Fieber mit „Krieg der Sterne“ und „Cusack der Schweigsame“

Avatar von Mr. VHS

Jetzt war ich am letzten Wochenende mal endlich wieder unterwegs und habe meinen Freund Andreas Chmielewski besucht, den ihr von unserem YouTube-Kanal „Filme, Serien und Stars“ und auch von dem Kanal „Media Collectors Club“ als Andi-Super-8 kennt. Andreas ist wahrscheinlich DER Experte zum Thema Super-8 und seine Sammlung ist gigantisch. Er schreibt Artikel darüber, handelt mit Super-8, sammelt leidenschaftlich und führt regelmäßig auf Veranstaltungen Filme vor. Sogar Filmfirmen fragen ihn immer wieder an, betreffend besonderer Filmrollen, die er dann zur Verfügung stellt. Auf einigen BluRay-Veröffentlichungen werden seine Kopien als Extras verwendet.

Andreas ist ein großer Sammler von Zelluloid-Formaten. Er sammelt nicht nur Super-8, sondern auch 16mm-Filme. Auch VHS-Kassetten hat er daheim. Ich als Mr. VHS liebe diese Leidenschaft und bin immer wieder gerne zu Besuch. Dieses Wochenende haben wir uns daher „Star Wars“ angesehen, aber nicht nur irgendwie. Es war „Krieg der Sterne“ (so der damalige deutsche Titel des Films, welchen dieser seit den 70ern bis etwa 1999 bei uns in Deutschland inne hatte).

Wir sahen die sogenannte Urfassung dieses Klassikers, unveränderte Effekte, auf vier 180m Filmrollen, komplett in deutsch mit tollen Farben und guter Bildschärfe für das Medium Super-8 und im Stereo-Sound und das alles sogar im Cinemascope-Format. Was das ist? Cinemascope ist das größtmögliche Breitbildformat. Das bedeutet, alle Bilddetails sind mit dabei in voller Pracht und Größe. Cinemascope misst 2,35:1 oder auch 2,40:1; so breit, dass es (wenn man es in voller Größe im Kino projizieren würde), es in der Breite das komplette Sichtfeld des Zuschauers ausfüllt.

So hatte ich den „Krieg der Sterne“ auch noch nicht gesehen. Der Sound war fantastisch und das Bild gab einem das alte Kinofeeling der frühen 90er-Jahre zurück. Leicht unscharf stellenweise durchaus, aber die Kopie stammte auch aus den frühen 90ern, produziert von der Firma DERANN, die diese ungekürzte Kopie der originalen, und nicht überarbeiteten Kinofassung von 1977 mit deutschem Ton, aber englischem Rolltext (Fans wissen, was bei „Krieg der Sterne“ aka „Star Wars“ damit gemeint ist) zu Beginn des Films, damals auf vier Rollen veröffentlichten. Jede Rolle lief ca. 30 bis 35 Minuten.

Abgesehen von kleinen gelegentlichen Bildstreifen, die aufgrund des Alters der Kopie zu erwarten sind, war alles perfekt und selten wirkte der Film so gut. Andreas und ich konnten fast jede Zeile mitsprechen und es gab auch viel zu lachen bei den Szenen von C3PO und R2D2 oder auch den Schlagabtauschen zwischen Han Solo und Prinzessin Leia. Darth Vaders Kampf gegen Obi Wan Kenobi war fesselnd. Der Kampf im Graben des Todessterns sah auch nie so gut aus und war ein ganz großes Erlebnis.

Aber das war noch nicht alles an diesem Wochenende…

Am nächsten Tag gab es Chuck Norris auf 16mm mit „Cusack der Schweigsame“, aber im englischen Original. „Code of Silence“ von 1985. So muss man Chuck Norris erleben, sagte ich gestern. „Code of Silence“ auf Zelluloid mit vergleichsweise echt guten Farben, trotz Rotstich, der mit Farbfilter (ein Bildfilter, der vor die Projektionslinse gehängt wird) auch leicht zu beheben war.

Die Leinwand war improvisiert in Andreas Garage auf ein Garagentor gehängt worden. Dahinter Metall und kalter Stein und in diesem Setting dann ein richtig guter Cop-Film im rauen Umfeld von Chicago. Regie: Andrew Davis, dem Regisseur von „Auf der Flucht“ mit Harrison Ford und auch „Nico“ und „Alarmstufe Rot“ mit Steven Seagal. Es war der Wahnsinn und so mag ich Kino. Ok, ich bin generell ein großer Chuck Norris Fan, aber so schön, wie an diesem Wochenende ist es selten.

Es gibt ja da einige Formate und nicht nur das Super-8 Bildformat. 16mm und auch 35mm sind nur eben breitere Bänder und auf 16mm sahen wir dann „Cusack“ auf 3 großen Filmrollen mit etwa 30 bis 45 Minuten pro Rolle.

All das und noch mehr gab es dieses Wochenende zu bestaunen und es zeigte mir erneut, dass Super-8 und 16mm noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Klar, das Material ist oftmals etwas unscharf im Vergleich zu heute, aber dafür kann eine DVD oder BluRay, nicht den ratterten Sound eines Vorführapparates ersetzen und das Licht, dass auf eine Leinwand geworfen wird, sieht man nicht mal in der Form bei einem normalen Beamer (und ja, ich habe natürlich auch einen Beamer Zuhause, weil es natürlich cool ist).

Ich sah Andreas immer wieder mit Filmrollen und wie er den Film einfädelte und dieser klassische Anblick ist einfach schön. Das ist das, was für mich das Film-Hobby so besonders macht und ich freue mich sehr auf das nächste Filmtreffen mit ihm. Wenn ihr mal die Gelegenheit bekommt, lasst es euch nicht entgehen einer echten Super-8 oder 16mm Vorführung beizuwohnen. Es lohnt sich.


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