Am Samstag traf die Kampfsport und Martial-Arts-Filmfans-Gemeinde der harte Schlag, das Martial Arts Legende Richard Norton im Alter von 75 Jahren überraschend verstorben ist.
Richard Norton wurde am 06. Januar 1950 in Croydon, einem Vorort von Sydney in Australien geboren. Er begann seine Kampfsportlaufbahn im Alter von Elf Jahren mit Judo, mit 17 errang er den Schwarzen Gürtel. Er trainierte fortan in vielen Kampfstilen und errang zahlreiche Meistergrade, z.B. Brazilian Jiu-Jitsu, Kickboxen, Aikido, Muay Thai und später unter Chuck Norris in Chun Kuk Do, außerdem erlernte er zahlreiche japanische Waffentechniken.
Seine Karriere im Entertainment Business begann zunächst als Türsteher, Security und später als Bodyguard für zahlreiche Stars (Rolling Stones, Fleetwood Mac; David Bowie), von denen er später auch einige trainierte. Durch diese Arbeit war er auch erstmals auf der Leinwand zu sehen und zwar in ‚ABBA – Der Film‘ von 1977, da er zu dieser Zeit für die Band als Bodyguard und Fitnesstrainer arbeitete.
1976 traf er erstmals Chuck Norris, der in Australien auf Kampsportveranstaltungen auftrat und die beiden „klickten“ sofort, Norris sagte zu Norton: Wenn du jemals nach Kalifornien kommst, melde dich. 1979 begleitete Norton die Sängerin Linda Ronstadt als Bodyguard auf ihrer Tour durch die USA, Norton meldete sich bei Norris und der Rest ist Geschichte. Norris und Norton trainierten fortan regelmäßig miteinander und Norris erkannte das Potential von Richard und gab ihm gleich mehrere Rollen im Film ‚The Octagon‘ (1980), er trat als überheblicher Kämpfer und maskierter Endgegner im Film auf. In den nächsten paar Jahren war er hauptsächlich als Stuntman und Fight-Koordinator aktiv, unter anderem für die Norris Filme ‚Der Gigant‘ (1981) und ‚Kalte Wut‘(1982)(auch Darsteller), er trat später auch gleich mehrfach in ‚Walker, Texas Ranger‘ auf, die Freundschaft hielt bis zu Richards Tod.
1981 ergatterte er eine der Hauptrollen in Robert Clouse ‚Force: Five – Die Macht der Fünf‘, im Film ist er neben Karate-Champion Joe Lewis und Kickbox-Legende Benny „The Jet“ Urquidez zu sehen. 1985 kämpfte er unter anderem in ‚Gymkata‘; ‚American Fighter‘ und erstmals in ‚Powerman 2 – Twinkle Twinkle Lucky Stars‘ gegen Jackie Chan und Sammo Hung, die beide begeistert von Nortons Fähigkeiten und Timing waren. In den Folgejahren kamen weitere Hauptrollen im B-Movie-Sektor zu seiner Filmographie hinzu, z.B. in ‚Fight to Win‘ erstmals neben Cynthia Rothrock, Filme wie ‚China O’Brien 1+2‘ (1990), ‚Lady Dragon (1992)‘; ‚Iron Heart‘ (1992) und ‚Rage and Honor 1+2‘ (1992, 1993) folgten. Auch in größeren Produktionen wie ‚The Salute of the Jugger – Die Jugger: Kampf der Besten‘ (1989) mit Rutger Hauer und Jean-Claude Van Dammes ‚Leon‘ (1990) war er zu sehen. 1992 war er als Jackie Chans Endgegner in ‚City Hunter‘ zu sehen, 1997 folgte Sammo Hungs ‚Mr. Nice Guy‘. In dieser Zeit hatte er häufig die Rolle des Bösewichts abonniert, oder war als Mentor oder Trainer zu sehen. Ab den 2000ern war Norton wieder vermehrt hinter der Kamera aktiv und war unter anderem Stuntman oder Stuntkoordinator engagiert, er arbeiten in dieser Zeit zum Beispiel an ‚Stealth – Unter dem Radar‘ (2005); ‚The Condemned – Die Todeskandidaten‘ (2007); ‚Suicide Squad‘ (2015); ‚X-Men: Dar Phoenix‘ (2019) und ‚Blackligt‘ (2022). Für ‚Mad Max: Fury Road‘(2015) und ‚Furiosa: A Mad Max Saga‘(2024) schlüpfte er in die Rolle des Prime Imperator, außerdem trat er 2024 im Western ‚Black Creek‘ erneut neben seiner guten Freundin Cynthia Rothrock auf.
Seine Catch Phrase in Martial Arts Filmen war „Painful?“, nachdem er den Gegner hart getroffen hatte.
Er war bis zuletzt in der Kampfsport-Community aktiv und postete noch am 26.03.2025 Bilder von einem Seminar.
Richard Norton war seit 1993 mit der Schauspielerin Judy Green verheiratet, seine Frau machte auch seinen völlig unerwarteten und plötzlichen Tod publik. Sie gab an die Liebe ihres Lebens verloren zu haben.
Zahlreiche Weggefährten und Freunde kondolierten, so erklärte Chuck Norris sein Herz sei zerbrochen und er habe seinen Bruder verloren, der ihn nicht nur zu einem besseren Martial Artist, sondern zu einem besseren Menschen gemacht habe. Cynthia Rothrock, Benny Urquidez, Scott Adkins, Robert Patrick und Regisseur James Gunn u.v.a. äußerten sich ebenfalls traurig und schockiert.
Die Film- und Martial-Arts-Community hat eines ihrer profiliertesten Mitglieder verloren und der Schock sitzt tief, eine Todesursache wurde bisher nicht bekannt gegeben.
R.i.P. Richard Norton


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