Remembering Ozzy Osbourne, Part II
Ende 1979 gründete Osbourne mit Drummer Lee Kerslake (Uriah Heep), Bassist Bob Daisley (Rainbow, Gary Moore), Don Airey (Rainbow, Deep Purple) und Gitarrist Randy Rhoads (Quiet Riot) die Band ‚Blizzard of Ozz‘, entgegen den Erwartungen der Bandmitglieder wurde das zwischen März und April aufgenommene Album unter dem Titel ‚Ozzy Osbourne – Blizzard of Ozz‘ veröffentlicht und nicht unter dem Bandnamen, was bereits zu ersten Spannungen innerhalb der jetzt als Backing-Band verpflichteten Musiker führte und später außerdem in einem langen Rechtsstreit wegen nicht gezahlter Tantiemen und nicht genannter Songwriting Credits gipfelte.
Das Album erschien im September 1980 und wurde zu einem Riesenerfolg, ohne das ein echter Charthit enthalten war, die Schätzungen schwanken sehr stark zwischen 7,5 und 13,4 Millionen verkaufter Alben weltweit, mehr als Fünf Millionen davon allein in den USA. Die Songs ‚Crazy Train‘, ‚Mr. Crowley‘, ‚I don’t know‘ und ‚Goodbye to Romance‘ wurden Evergreens und zu festen Bestandteilen von Ozzy’s Live Shows. Der Song ‚Suicide Solution‘ führte zu Kontroversen bei konservativen Gruppen und nach dem Suizid im ihres 19 jährigen Sohnes verklagte die Familie McCollum im Jahr 1985 Osbourne und CBS mit der Begründung der Song hätte ihren Sohn zum Suizid verleitet, die Klage wurde abgewiesen.
1981 folgte das Album ‚Diary of a Madman‘ mit ca. Sechs Millionen verkauften Einheiten weltweit und den Hits ‚Over the Mountain‘, ‚Believer‘ & ‚Flying high again‘. Am 19. März 1982 waren Gitarrist Randy Rhoads und Teile der Crew mit einem Leichtflugzeug unterwegs und flogen (zu) dicht über dem Tour Bus umher bis sie diesen streiften, danach mit einem Baum kollidierten und schließlich in die Garage eines nahegelegenen Hauses abstürzten. Rhoads und zwei Crewmitglieder starben, Osbourne und die Band waren direkte Zeugen des Unglücks und verfielen in eine Depression, Osbourne erinnerte bei Konzerten immer an Randy Rhoads. Auf Grund möglicher Konventionalstrafen musste die Tour nach zwei Wochen weitergehen und man suchte nach einem Ersatz, der zunächst angefragte Gary Moore lehnte ab, der ehemalige ‚Gillan‘ (Ian Gillan) Mitstreiter Brad Gillis bekam nach einigen Verwicklungen für kurze Zeit den Job.
Das Live-Album ‚Speak of the Devil‘ wurde aufgenommen um vom Black Sabbath Ruhm zu profitieren. Inzwischen war Tommy Aldridge (Black Oak Arkansas) fester Bestandteil von Ozzy’s Live-Band, einer der, meiner Meinung nach besten Rock-Drummer aller Zeiten, er war auch an den Aufnahmen zum 1983er Album ‚Bark at the Moon‘ mit dem neuen Gitarrist Jake E. Lee beteiligt. Das Album ‚The ultimate Sin‘ folgte 1986, auch hier entbrannte später ein Rechtsstreit wegen dem Hit-Song ‚Shot in the Dark‘ und dessen Urheberschaft, was dazu führte, dass der Song auf vielen Compilations und Live-Alben ausgelassen wurde und die Neuveröffentlichung von ‚Ultimate Sin‘ und dem Livealbum ‚Just say Ozzy‘ gestrichen wurde.
Ebenfalls 1986 persiflierte Ozzy sein Image als moralischer TV-Evangelist und Prediger im Film ‚Trick or Treat – Ragman‘. 1987 folgte das Randy Rhoads ‚Tribute‘ Live-Album um den verstorbenen Gitarristen zu ehren. Für das 1988 Album ‚No Rest fort he Wicked‘ arbeitete Ozzy erstmals mit Zakk Wylde (Black Label Society) zusammen, eine fruchtbare Zusammenarbeit die bis zu Ozz Tod erhalten blieb. 1988 entstand das Duet ‚Close my Eyes forever‘ mit Lita Ford, was zu einem der größten Single-Hits in Ozzys Karriere wurde. Kurze Zeit später sang er auf Gary Moore’s grandiosen ‚After the War‘ Album bei zwei Songs mit.
Mit dem 1991 Album ‚No more Tears‘ landete er einen weiteren Megahit, es wurde zum zweiterfolgreichsten seiner Karriere und enthielt die Klassiker ‚I don’t want to change the World‘, den Titeltrack und die Powerballade ‚Mama, I’m coming Home‘ die seinen Kampf mit Abhängigkeiten und sein Versprechen gegenüber seiner Frau Sharon zum Thema machte. 1995 folgte mit dem Album ‚Ozzmosis‘ eines meiner Lieblingsalben von ihm, Ozzys Black Sabbath Mitstreiter Geezer Butler „zupfte“ hier den Bass.
Ozzy gründete zusammen mit seiner Frau das ‚Ozzfest‘ Festival das zunächst regelmäßig und jährlich und später eher sporadisch bis 2018 stattfand. Die Wogen im Sabbath Camp schienen etwas geglättet und am 04. & 05. Dezember 1997 entstand das Livealbum ‚Reunion‘ in ihrer Heimatstadt Birmingham, mit ‚Psycho Man‘ & ‚Selling my Soul‘ entstanden im April/Mai 1998 die ersten neuen Songs des Original Line-Up seit 1978. 2001 erschien das Album ‚Down to Earth‘, welches den Hit ‚Dreamer‘ enthielt, dass dem Sänger zahlreiche neue Fans einbrachte die mit Heavy Metal a la ‚Gets me through‘ (1. Single des Albums) nichts anfangen konnten.
Zwischen 2002 und 2005 war Ozzy mit seiner Familie in der Reality-Soap ‚The Osbournes‘ zu sehen und wurde ebenfalls beim Fernsehzuschauer zur Kultfigur, parallel dazu startete seiner Tochter eine kurze Musikkariere und seine Frau hatte mit ‚The Sharon Osbourne Show‘ eine eigene Talkshow. Die Osbournes waren auch im Film ‚Austin Powers: Goldständer‘ zu sehen. Ozzy war über die Jahre immer mal wieder in Cameos in TV-Serien und Filmen zu sehen oder als Sprecher zu hören, u.a. in ‚Little Nicky‘ (2000), ‚Gnomeo & Juliet‘ und dessen Fortsetzung und im 2016er ‚Ghostbusters‘ Reboot.
Im Dezember 2003 erlitt Osbourne auf seinem Anwesen bei einem Squad Unfall schwere Verletzungen, u.a. brach er sich Acht Rippen, das Schlüsselbein und einen Nackenwirbel, laut Aussagen seiner Frau musste er nach dem Unfall wiederbelebt und beatmet werden, eine Notoperation löste Teile des Schlüsselbeins die, die Blutzufuhr zum Gehirn erschwerten. Ebenfalls 2003 wurde erstmals eine erblich bedingte Form von Parkinson bei Ozzy diagnostiziert, dessen Folgen im Laufe der Jahre immer gravierender wurden.
2005 erschien das ‚Prince of Darkness‘ Boxset, es enthielt Ozzys Greatest Hits, viele Kollaborationen mit anderen Künstlern und das neue Album ‚Under Cover‘, auf dem er seine Lieblingskünstler und Songs interpretiert. Die Folgealben ‚Black Rain‘ (2007) und ‚Scream‘ (2010) blieben deutlich hinter dem Erfolg früherer Arbeiten zurück, so dass 2011 eine Black Sabbath Reunion folgte, die 2013 im Album ‚13‘ gipfelte. Das Album erreichte 43 Jahre nach ‚Paranoid‘ Platz Eins der UK-Charts, Platz Eins in den USA, Deutschland und Sieben weiteren Ländern, es verkaufte sich bisher mindestens Eine Million Mal. Der ‚Reunion Tour‘ von 2012-2014 mit 84 Shows, folgte die ‚The End Tour‘ mit weiteren 81 Konzerten und einem Box Office von mehr als 85 Mio. $.
2013 war Ozzy rückfällig geworden und hatte wieder Drogen konsumiert, was fast zur Trennung von seiner Frau führte. Zwischen 2016 und 2018 entstand die ‚Ozzy & Jack’s World Detour‘ Reality Show mit seinem Sohn und später auch Tochter Kelly.
2020 folgte mit ‚Ordinary Man‘ das erste Soloalbum seit Zehn Jahren, Ozzy wurde hier von Stars wie Elton John, Chad Smith (Red, Hot Chili Peppers), Slash & Duff McKagan (Guns ‚n‘ Roses), Tom Morello (Rage against the Machine) und Post Malone unterstützt. ‚Patient Number 9‘ wurde 2022 zu seinem letzten Album, auch hier wirkten zahlreiche Stars wie Jeff Beck, Eric Clapton, Tony Iommi und andere Weggefährten mit, das Album erhielt vier Grammy Nominierungen und gewann in den Kategorien Best Rock Album & Best Metal Performance für den Song ‚Degradation Rules‘. Es folgten Live-Auftritte bei den 2022 Commonwealth Games und beim NFL-Kickoff, denen eine weitere Tour folgen sollte. 2024 wurde er auch als Solokünstler in die Rock ‚n‘ Roll Hall of Fame aufgenommen.
Ozzy’s Gesundheitszustand hatte sich nach einer Behandlung wegen einer Lungenentzündung auf einer Intensivstation und einer Rückenoperation weiter verschlechtert, Anfang 2025 hatte er wegen Parkinson die Fähigkeit zum Gehen verloren und war auf einen Rollstuhl angewiesen. All dieser Hindernisse zum Trotz raffte sich Ozzy ein letztes Mal auf, setzte sogar seine Medikamente ab um klar singen zu können und trat am 05. Juli 2025 mit zahlreichen Weggefährten und Freunden für das Benefizkonzert ‚Back to the Beginning‘ in Birmingham ein letztes Mal auf. Das Konzert dauerte Zehn Stunden, es traten z.B. Slayer, Anthrax, Yungblud, Pantera, Guns’n’Roses, die Tom Morello All-Stars feat. u.a. Sammy Hagar, Steven Tyler, Ronnie Wood, Chad Smith, Metallica und im Finale Ozzy Osbourne Solo und die Black Sabbath in Originalbesetzung auf. Die 45.000 Tickets waren in 16 Minuten ausverkauft, 150.000 Menschen hielten sich am Veranstaltungsort auf, es gab Public-Viewing & Watch Party Events sowie Pay-Per-View. Keiner der auftretenden Künstler erhielt eine Gage, lediglich Kostenerstattung für die Anreise, so gelang es mehr als 140 Mio. £ bzw. 190 Mio. $ für wohltätige Zwecke einzunehmen. Der Betrag wurde zwischen ‚Cure Parkinson’s‘, ‚Acorn’s Kinderhospiz‘ und dem Kinderkrankenhaus von Birmingham aufgeteilt.
Am 22 Juli 2025 starb John Michael „Ozzy“ Osbourne umgeben von seiner Familie zu Hause in Buckinghamshire, gerade einmal 17 Tage nach dem Konzert.
Er hinterließ seine Frau Sharon und insgesamt Sechs Kinder. Ozzy verkaufte im Laufe seiner Kariere mehr als 100 Millionen Alben.
R.i.P. Ozzy


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