Von „Rocky II“ bis „F9“ – Wie sich die Namensgebung von Filmfortsetzungen verändert

Avatar von Jan Planinic

Ein oft übersehenes aber dennoch nicht unwichtiges Thema ist die klare Benennung von Filmfortsetzungen. Genau hier sind wir an der Stelle, an der sowohl kreative als auch marketingtechnische Überlegungen aufeinandertreffen. Während früher einfache Nummerierungen wie „Rocky II“ oder „Der weiße Hai 2“ üblich waren, setzen moderne Filme zunehmend auf kreative Titel wie „The Fate of the Furious“ (z. Dt.: „Fast & Furious 8“) oder „Scream (2022)“, was allerdings zu Verwirrung führen kann. In diesem Artikel werfe ich einen Blick auf die Entwicklung der Titelnamen von Filmfortsetzungen vom Ursprung der Filmfortsetzungen bis heute und beleuchte die verschiedenen Strategien, welche die Studios im Laufe der Jahre verfolgt haben.

Früher, so kenne ich das noch, war es gerade zu den Anfangsjahren von Filmfortsetzungen üblich, einfach eine (römische) Zahl an den Originaltitel anzuhängen. Beispiele hierfür sind „Rocky II“, „Der weiße Hai 2“ oder „Superman III“. Diese Methode bot Klarheit und half, die Reihenfolge der Filme leicht zu erkennen. Mit der Zeit begannen Studios, kreativere Titel für Fortsetzungen zu wählen, um das Interesse des Publikums zu wecken und den Eindruck von Innovation zu vermitteln. Ein weiterer Beweggrund bestand darin, auch jene Zuschauer anzusprechen, die Fortsetzungen mit Skepsis betrachten. Beispiele: „Die Hard with a Vengeance“ statt „Die Hard 3“ (bei uns in Deutschland natürlich weiterhin: „Stirb langsam – Jetzt erst recht“. Aber auch hier ohne Nennung der Fortsetzungsnummer 3) oder „The Dark Knight“ als Fortsetzung von „Batman Begins“. Wobei man bei der Letzteren Variante sogar total von der Kombination mit dem Namen („Batman“) und der Nummerierung abgekommen ist. Eine weitere gängige Praxis zur Benennung von Fortsetzungen ist die Verwendung von Untertiteln. Beispielsweise wurde „Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest“ als Fortsetzung von „Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl“ veröffentlicht. Diese Methode ermöglicht es, den Titel thematisch an den Inhalt des Films anzupassen und gleichzeitig die Verbindung zur Originalreihe aufrechtzuerhalten. Zugegebenermaßen ist es für mich, der diese Filmreihe nicht kennt, schwierig, nur durch die Untertitel die Filme in eine Reihenfolge zu bringen – natürlich hilft das Veröffentlichungsjahr ein wenig. 😉

Seit einigen Jahren haben manche Studios beschlossen, Fortsetzungen denselben Titel wie dem Originalfilm zu geben. Dies führte zur absoluten Verwirrung. Die perfekten Beispiele dafür sind mit Sicherheit „Scream (2022) “ und „Halloween (2018)“. Für mich jedenfalls ist diese Strategie nicht aufgegangen. Vor allem bei „Halloween (2018)“, der dadurch immerhin zwei vollständige Fortsetzungsstränge egalisiert und auch zur Übersichtlichkeit Rücksicht auf das Remake nehmen müsste. Offenbar wurde dies den Machern bewusst und für die restlichen beiden Teile der Fortsetzungstrilogie wurden dann eigene Titel anstatt nur des Veröffentlichungsjahres gewählt. Eine interessante Variante sind auch kreative Wortspiele oder Abkürzungen in Filmtiteln: „2 Fast 2 Furious“, „Fast Five“ oder „F9: The Fast Saga“. Diese Titel sind hingegen vieler anderer Beispiele mit der Kombination aus Zahlen und Wörtern am einprägsamsten und bieten markante Namen.

Ich erkenne bei den Veränderungen der Zahlen bei den Fortsetzungen deutlich, dass die Studios hier nicht auf ein einfaches Schema setzen möchten. Viele mögen ganz auf die Fortsetzungsnummerierung verzichten. Gerade auch bei der großen Oscar-Verleihung spiegelt sich ein bewusster Wandel wider: Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences beschloss im Jahr 2013, die offizielle Bezeichnung „The 85th Annual Academy Awards“ zugunsten des Titels „The Oscars“ aufzugeben. Diese Änderung sollte dem größten Film-Event ein moderneres Image verleihen. Auch andere Preisverleihungen wie „The Grammy Awards“ hatten zuvor schon auf Nummerierungen verzichtet.

Früher wurden die Titel wie bspw. „The 80th Academy Awards“ nicht nur visuell eindrucksvoll inszeniert, sondern auch durch einen prägnanten Sprecher aus dem Off hervorgehoben. Diese Praxis war Teil der langjährigen Geschichte und verdeutlichte das Prestige der Veranstaltung (Tradition und Beständigkeit). Diese beachtenswerte Entwicklung spiegelt einen allgemeinen Trend in der Unterhaltungsbranche wider, bei dem Traditionen zugunsten zeitgemäßer Präsentationen überdacht werden. Dies bietet natürlich Diskussionsbedarf bei so manchen tieferen Themen als dem von Fortsetzungsnummerierungen: Die Balance zwischen Innovation und Tradition in der Unterhaltungsbranche.

Dies mögen wir gerne in weiteren Beiträgen aufgreifen und verfolgen – Aber schlussendlich bleibt die Frage über die besten Methoden zur Benennung von Filmfortsetzungen. Es zeigt sich, wie wichtig ein gut durchdachter Titel für den Erfolg eines Films sein kann.


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One response to “Von „Rocky II“ bis „F9“ – Wie sich die Namensgebung von Filmfortsetzungen verändert”

  1. Avatar von Mr. VHS
    Mr. VHS

    Da denke ich aber auch an die „Rocky“ und die „Rambo“ Reihe. Rocky 6 hieß auch nicht dann „Rocky VI“, sondern „Rocky Balboa“ und das brach mit der vorangegangenen Zählung gänzlich. „Rambo“ ist Original nochmal eine Nummer für sich. „First Blood“, “ Rambo: First Blood Part II“, „Rambo III“, „Rambo“ und „Rambo: Last Blood“. So die Titel im Original, was sogar sehr irritieren kann eigentlich. Oder die „Dirty Harry“ Reihe, die im Original ganz auf Zählungen und einen gleichbleibenden Titel verzichtete. Es ist zumindest nicht neu, aber auch seltsam. Da stimme ich dir zu 🙂

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