Diese wundervolle Feel-Good-Komödie entstand aus der Zusammenarbeit zwischen Arnold Schwarzenegger, Danny DeVito und Ivan Reitman (der Regisseur von „Ghostbusters“ 1 und 2). Der Plan war es Arnie als Komödiendarsteller zu etablieren. Ein Wagnis für das Studio Universal und die Darsteller des Films. Der Regisseur Reitman und seine beiden Hauptdarsteller waren aber überzeugt und verzichteten sogar freiwillig auf eine große Gage zugunsten einer Gewinnbeteiligung. Der Erfolg tat ihnen recht und Arnold sagt heute nach wie vor, dass „Twins – Zwillinge“ bis heute sein größter kommerzieller Hit bleibt, da allein die Tantiemen ihm noch heute regelmäßig Geld auf sein Konto spülen. Ein Geniestreich von Reitman, Schwarzenegger und DeVito, wie man sieht und dabei ist dieser Titel weder Actionfilm, noch sonderlich brutal. Nein, er ist sogar frei ab 12 Jahren. Er macht aber jede Menge Spaß und das scheint den Erfolg zu begründen. Ja, Arnie kann auch lustig.
Alles beginnt mit einem gewagten Genexperiment. Ein halbes Dutzend Väter und eine Super-Mom, die das beste Baby der Welt gebären soll. Stattdessen kommen zwei Kinder zur Welt. Eines stark und vollkommen. Das andere klein und gehässig. Daraufhin vergehen 35 Jahre. Beide wissen nichts voneinander. Der große und starke Julius (Arnold) weiß allerdings von dem Experiment und erfährt nun von seinem Bruder und macht sich auf diesen zu finden. („aber er ist vielleicht genauso wie ich“ wer’s glaubt). Vincent (DeVito) ist ein Gauner und bugsiert sich permanent in Schwierigkeiten. Julius will aber unbedingt seinem Bruder helfen und strauchelt mit seiner Gutmütigkeit in eine haarsträubende Geschichte hinein.
Es geht nicht nur um ungleiche Brüder, sondern auch um familiäre Werte, Ehrlichkeit und Betrug, Gangster und schöne Mädchen. Alles aber auf FSK 12 Niveau, wenn auch mit ein paar kleinen und harmlos inszenierten Gewalttaten. Vor allem muss Vincent durch dümmliche Gaunereien natürlich ein 5 Millionen Dollar Turbo-Antriebs-Modul stehlen und prompt haben er und Julius einen Killer am Hals, der Konkurrenz so gar nicht mag. Daher gibt es auch ein bisschen Action, aber nur mit kleinen Andeutungen von Gewalt. Keine toten Körper, sondern vielleicht nur mal der Lauf eines Schalldämpfers. Darüber hinaus, während sich die Brüder mit all dem herumschlagen müssen, sind sie auf der Suche nach ihrer Mutter und sind mit zwei Freundinnen auf einem großen Roadtrip unterwegs.
Der Witz hierbei entsteht vor allem durch die Gegensätze der Brüder. Julius ist groß und stark, naiv und rein was seinen Körper angeht… und eine Jungfrau ohne Ahnung vom wahren Leben. Eine Rolle, die (bis auf das naive Wesen natürlich) perfekt auf Schwarzenegger passt und in der er glänzt. Vincent wird von Danny DeVito verkörpert. Kleinwüchsig, unförmig, hinterhältig und ein Betrüger. Zusammen sind sie ein fantastisches ungleiches Duo und der kleine Vincent zeigt dem großen Julius die reale Welt. Hingegen bemüht sich Julius seinem kleinen Bruder zu zeigen, dass Familie eine große Bedeutung hat und er sich auf seinen ungleichen Zwillingsbruder felsenfest verlassen kann.
Das Thema Gentechnik wird am Rande besprochen und auch kritisiert, indem es schließlich auch vertuscht wird. Einer der beteiligten Ärzte stellt sich als abstoßender Fiesling („ein Fachidiot“) heraus, der den kleinwüchsigen Vincent dann auch noch offen beleidigt („wie soll das etwa heißen, ich bin genetischer Müll, dass ich zu nichts tauge?“ – „Da genügt doch ein Blick“), was Julius sofort mit brüderlicher, aber dennoch nicht allzu grober, Kraft bestraft. Vielmehr steht hier nun mal deutlich der Zusammenhalt der beiden im Vordergrund, worauf die gesamte Geschichte aufbaut. („ein Zuhause, in das du immer zurückkehren kannst“ – „Immer?“ – „Auch wenn du mal böse warst“) Die ungleiche Art der Beiden liefert dazu die Witze. Julius, der die Frauen nicht versteht und Vincent, der ihm Flirttipps gibt und ihm das Tanzen beibringt oder auch der große Bruder, der den kleinen in jeder waghalsigen Situation schützt, was auch besonders im Bezug auf den schlecht gelaunten Killer letzten Endes wichtig wird. DeVito sagt es dann selbst am besten einem Geldeintreiber gegenüber, wohl wissend, den starken Bruder an seiner Seite zu haben: „wenn ihr das nochmal versucht, bekommt ihrs mit meiner gesamten Familie zu tun“.
Als ich diese saukomische Komödie das erste Mal sah, muss das irgendwann in den 90ern im TV gewesen sein. Ich liebte Arnold schon immer und wurde erneut großartig unterhalten. Im Gegensatz zu „Conan der Barbar“ oder „Terminator“ war dies nun etwas gänzlich anderes für mich und zeigte mir Arnie von einer ungewohnten Seite. Funktioniert hat dies aber allemal.
Das VHS-Tape ist nun nicht wirklich selten, aber auch das steht bei mir nur gelegentlich im Vordergrund. Vor allem im Bezug auf Schwarzenegger und auch zum Beispiel Sylvester Stallone war dies noch nie der Fall bei mir, auch wenn ich große Verleihboxen eher bevorzuge, was bei „Twins“ hier nicht der Fall ist. Das stört allerdings kaum. Die Farben sind immer noch schön und der Film weiß zu begeistern.
Mit Ivan Reitman und Danny DeVito drehte Arnold später noch „Junior“, in welchem Schwarzenegger zum ersten schwangeren Mann der Welt wird. Ebenfalls ein Prachtstück von Film, wie auch „Kindergarten Cop“, den Arnold ebenfalls mit Reitman drehte (nur ohne Danny diesmal). Allesamt drei wunderbare Feel-Good-Titel und natürlich alle bei mir daheim auf VHS. Schwarzenegger gibt es nun mal für jede Altersklasse und es macht einfach nur Spaß. Immer wieder zu empfehlen.


Kommentar verfassen