Es ist bereits Freitag, der 13. Juni, während ich diese Zeilen schreibe und wisst ihr was? Im Film, den ich heute auf VHS geschaut habe war auch nicht nur der Freitag der 13., sondern sogar der 13. Juni an einem Freitag. Damals im Jahr 1980. Das stimmt sogar tatsächlich. Damals vor genau 45 Jahren war der 13. Juni ein Freitag. Für mich ein wichtiger Grund dieses große Werk zu zelebrieren. Sean S. Cunninghams großer Filmklassiker „Freitag der 13.“ (Friday the 13th).
Eigentlich zelebriere ich diesen Tag ohnehin jedes Jahr dementsprechend mit ein paar Filmen aus diesem inzwischen legendären Franchise. Ich scherze dann immer, dass ich Milch und Kekse für Jason Voorhees bereitstelle und es mir kuschlig gemütlich mache und ihm beim metzeln zusehe. Beim Original von 1980 verhält es sich tatsächlich noch minimal anders. Für diejenigen, die diese Reihe und deren Inhalt nicht kennen, folgend: Spoileralarm.
Im Original geht es tatsächlich gar nicht direkt um Jason (am Rande schon, aber seine Rolle ist wahrhaftig verschwindend gering). Dies wird dem Zuschauer zum Ende des Films bewusst. Die gesamten Morde im Film sind aus der Egoperspektive, oder so gefilmt, dass der Täter zumindest nicht erkennbar wird. Am Ende dann die Überraschung. Es ist eine Frau. Pamela Voorhees, die damals in den 50ern ihren Sohn durch einen Unfall verlor: Jason. Der kleine Jason ertrank im Crystal Lake. Die Camp-Betreuer hatten nicht gut genug auf ihn geachtet und die Mutter war in der Camp-Küche um das Essen zu machen und konnte daher nichts sehen oder hören. Darauffolgend besuchte sie das Camp in den 60ern erneut und nahm Rache an den Jugendlichen. Es gab zwei Tote. Jetzt, 1980 am 13. Juni (Jasons Geburtstag) wurde das Camp erneut eröffnet und Pamela kehrt zurück, immer noch auf blutige Rache sinnend für ihr Kind.
Dieser wirklich geniale Backwood-Slasher ist immer noch wirksam und blutig. Teilweise sind die Morde ins Absurde übersteigert, aber durchaus glaubwürdig zum Teil. Damals in der guten alten VHS-Zeit war dieser Titel noch in seiner ungeschnittenen Form ungeprüft und wurde auf Video auch schnell indiziert. Diese Indizierung hielt über die VHS-Zeit hinweg an. Heute ist dies zum Glück Vergangenheit und der Kult-Slasher ist nun frei ab 18, zu Recht. Klar, das hier ist nicht „Terrifier“. Die Sehgewohnheiten haben sich stark verändert seit 1980, aber dennoch ist „Freitag der 13.“ nicht gerade harmlos, aber auch nicht mehr extrem. Dennoch ist das FSK 18 hier immer noch sehr gerechtfertigt. Die Kills und die Effekte bei diesen sind unglaublich gut ausgearbeitet. Wen wunderts auch, schließlich ist Effekte-Legende Tom Savini (From Dusk Till Dawn [USA 1996], Dawn of the Dead [USA / IT 1978], Maniac [USA 1980]) dafür verantwortlich gewesen. Hier ist viel zu bestaunen, wie zum Beispiel die aufwendige Halsprothese, die die Darstellerin des dritten Opfers im Wald über ihrem eigenen Hals trug. Dadurch wirkt der Mord sehr real und glaubwürdig. Auch Kevin Bacons Tod ist gut inszeniert, wenn auch extrem unrealistisch (Pfeilspitze versus Hals). Alles in allem sind die Bluttaten spannend umgesetzt und wussten damals wahrlich zu schockieren.
Zum VHS Tape an sich. Mir lag die ungeprüfte deutsche Auflage von 1988 vor. Warner Home Video hat den Film international vertrieben und er erschien in Deutschland tatsächlich komplett unzensiert auf Video. Daher hatte er aber auch keine FSK-Prüfung und auf der mir vorliegenden Auflage für den deutschsprachigen Verleih, ist dort auf dem Cover und der Kassette selbst statt eines Siegels ein leerer Fleck zu sehen. Spätere Auflagen zeigten einen schwarz unterlegten Text, der den Verkauf an Kinder und Jugendliche untersagte. Natürlich war das hiesige Gericht dann auch sehr schnell und der Film wurde 1983 in Deutschland indiziert. Heutzutage hat sich das zum Glück für den geneigten Filmfan wieder geändert. Mittlerweile ist „Freitag der 13.“ von 1980 wieder deindiziert (seit 2017 endlich wieder) und ab 18 Jahren freigegeben, und das komplett ungekürzt.
Das Tape, das ich mir angesehen hatte, hat ein fantastisches Videobild für die damalige Zeit, was für ein Tape von 1988 auch wirklich ganz besonders hervorzuheben ist. Eine Videoqualität, die sich noch heute sehen lassen kann. Klassisch im 4:3 Format, was auf VHS recht gängig war, da das Bild somit dem TV-Format angepasst werden konnte. Heutige TVs sind an Kinoformate angepasst, was auf VHS in der Regel als „Widescreen“-Format (zum Beispiel das 16:9 Bildformat) bekannt war. Heute kennt man hierzu vor allem verschiedene (in Nummern unterteilte) Formate, die sich am Originalformat der Aufnahmen orientieren. 4:3 ist hierbei heutzutage eher untypisch. Häufig finden sich dort inzwischen auf DVDs und Blurays die Formate 1,78:1, 1,85:1 und 2,35:1, wobei das Erste und Zweite als „Widescreen“ bezeichnet wird und das Dritte (2,35:1) als „Cinemascope“ bekannt ist. In der deutschen Bluray-Auflage von „Freitag der 13.“ liegt der Film im Format 1,78:1 vor. Ein deutlicher Unterschied somit zur Version im 4:3-Format auf der VHS.
Man muss hier natürlich anmerken, dass die Bluray in der Bildqualität ganz klar die Nase vorn hat und auch die Tonabmischung deutlich besser ist. Dennoch ist die VHS auch stilistisch schön anzusehen, da die Kassette, als auch der Film selbst, aus den 80er-Jahren stammen. Dies trägt zumindest für mich deutlich zur Stimmung des Films bei.
Das Artwork des Tapes (siehe Bild oben) ist auch interessant. Die internationale Veröffentlichung und die us-amerikanische unterscheiden sich bezüglich des Titelbildes. Während das US-Artwork einen schattigen Umriss des Killers mit dem Messer zeigt und einen dunklen Blick auf den Wald, eine Hütte und die hilflosen Opfer von Pamela Voorhees, zeigt uns das internationale Cover eine blutige Axt in einem Bettlaken und Kissen, die von einer starken, durch einen Schatten angedeuteten Hand geführt wird. Beide Cover sind eindringlich und laden zum Schaudern ein.
Ein Film, der ein ganzes Franchise begründete, auch wenn die Kultfigur des Jason Voorhees hier noch buchstäblich in den Kinderschuhen steckte, bzw. schwamm. In der Fortsetzung „Freitag der 13. – Jason kehrt zurück“ (Friday the 13th Part 2) von 1981 kam Jason dann aus dem Reich der Toten zurück und schloss an das an, was seine Mutter begonnen hatte. Es folgten hierauf noch acht Titel der „Friday the 13th“- Reihe [USA 1980-1989] (welche diesen Namen im Titel hatten), die weiteren Fortsetzungen „Jason goes to Hell – Die Endabrechnung“ (Jason goes to Hell – The final Friday) [USA 1993] und „Jason X“ [USA 2001] und sogar ein Crossover mit Freddy Krüger; „Freddy vs Jason“ [USA/IT 2003]. Anschließend folgte 2009 der bisher letzte Film der Reihe, das Remake des Originals; „Freitag der 13.“, womit sich der Kreis bislang geschlossen hatte, Gerüchten zufolge steht uns jedoch noch eine Serie bevor, die Jason wieder aufgreifen dürfte,
Diese Reihe kann man als Fan immer und immer wieder genießen. Teil 1 sticht hier immer noch ein wenig hervor, da er die Grundlage darstellt, Jason hier nicht der Täter ist, sondern der, der gerächt wird und auch, weil sich dieser Film vor allem bedeutend ernster nahm, als Zum Beispiel die Filme „Jason goes to Hell“ und „Jason X“, (was aber nicht bedeutet, dass es schlechte Filme wären, denn jeder macht auf seine Art Spaß). Das Original ist ein fantastischer, wenn auch teilweise dennoch leicht überdrehter, und brutaler Backwood-Slasher der alten Schule und ein großer Kultfilm. Zeit für einen Rewatch. Vielleicht habt ihr ja jetzt auch nochmal Lust bekommen. Viel Spaß beim Gruseln.


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