VHS-Kassetten Cover zu ALF - Der Film (1996)
Bild: Christoph Niederberger © 1996 Alien Prod. | Paul Fusco Prod. | Patchett Kaufman Ent. | UFA Fiction | WIN © 2020 Troma Team Video

Mein VHS-Blog zu „ALF – Der Film“

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So einen Film wie diesen, nennt man wohl ein Guilty-Pleasure. Einen Film oder ein anderes Ding, welches allgemein als nicht wirklich super betrachtet wird, welches aber dennoch eine Fangemeinde hat. Quasi handelt es sich hierbei um etwas, was dennoch der ein oder andere liebt.

Fans von ALF dem Außerirdischen vom Planeten Melmac scheiden sich tatsächlich häufig an diesem Titel. „ALF – Der Film“ (ALF – The Movie) von 1996. Warum das so ist? Hierzu eine Spoilerwarnung, den um dies genauer zu erklären, muss ich vom Finale der Serie „ALF“ (USA 1986-1990) erzählen:

ALF, alias Gordon Shumway, versucht in der letzten Folge der finalen vierten Staffel der Serie „ALF“ wieder mit seinen Freunden vom Planeten Melmac zusammen zu finden. Der Planet Melmac existiert seit 1985 nicht mehr (der Melmac explodierte, da alle Melmacer versehentlich zeitgleich ihre Haartrockner eingeschaltet hatten). ALFs Freunde Skip und Ronda haben jedoch einen Planeten erworben und wollen darauf den neuen Melmac begründen. Bei dem Versuch von Skip und Ronda abgeholt zu werden, wird allerdings ALF vom US-Militär überrascht und verhaftet. Hiermit endet die Serie. Ein drastisches Ende, welches nur deswegen so zustande kam, da die Serie aufgrund von sinkenden Einschaltquoten abgesetzt wurde. Statt ein gutes Ende zu konzipieren, beließ man es bei diesem offenen Ende, welches eigentlich als kinderfeindlich bezeichnet werden konnte. Die Fans waren schockiert.

Jahre später entschied man sich jedoch der Serie ihr lang erwartetes Finale zu geben. In Form eines Films wurde in „ALF – Der Film“ die Geschichte des geliebten behaarten Außerirdischen vom Planeten Melmac abschließend erzählt und eigentlich handelt es sich damit um ein Happy End, aber wohl nicht für jeden. Viele Fans waren vom Endergebnis enttäuscht. Unter anderem war dies so, da die Familie Tanner nicht mehr dabei war, die ein wichtiges Element der Serie war. Dies mag auch an persönlichen Problemen des Darstellers Max Wright gelegen haben, der den Willi Tanner verkörperte. Irgendwie fehlte hier dann etwas und ALF agierte damit quasi alleine mit mehreren unbekannten, neuen Gesichtern, die den Fans der Serie erst vorgestellt werden mussten. Trotz dieser Problematik, ist ALF ganz der alte und haut einen Kalauer nach dem anderen raus. Nur war dies vielen nicht genug.

Ich selbst empfand „ALF – Der Film“ immer als guten Abschluss der Geschichte, gespickt mit viel Humor, der dem Original in Nichts nachstand. An die veränderte Situation musste man sich gewöhnen allerdings und das militärische Setting war durchaus neu und bewegte die Handlung in eine neue Richtung. Vor allem mochte ich den Witz des Films. ALFs Humor war der gleiche geblieben. Im Vergleich zur Serie, die sowohl Jung und Alt ansprach, war der Film in seinen Witzen vielleicht etwas weniger subtil, wenn es um erwachsene Themen ging (ALF, der eine Frau für sich gewinnen möchte und dabei etwas lüstern daher kommt). Dennoch übertreibt man es nie. ALF isst weiterhin unkontrolliert und wickelt im Militär-Gefängnis-Hochsicherheitstrakt tatsächlich auch alle seine Bewacher um den kleinen Finger und genießt den ultimativen Luxus mit Pokerspielen, Pizza und Katzensaft. Auf der Flucht suchtet er zwischenzeitlich wieder Teleshopping „endlich eine Sendung mit Niveau“ und vergisst nach wie vor seinen Appetit auf Katzen nicht. Ein Ausflug in die „Kitty-Cat-Lounge“ präsentiert zum Beispiel statt Katzen zum Abendessen eher exotische Tänzerinnen und ALF kann nur mit knapper Müh und Not wieder verschwinden, und das, obwohl er zur Tarnung natürlich Hut und Mantel trägt, wie man es von ALF aus der gleichnamigen Serie bei Undercover-Aktionen nicht anders kennt. Subtilität war sowieso nie eine von ALFs Stärken. Komik allerdings war es schon immer.

Der Spaß ist auch nach wie vor für Kinder zugänglich. Ich muss jedoch behaupten, dass die FSK ohne Altersbeschränkung vielleicht etwas zu seicht ist. Eine FSK 6 hätte gut gepasst. Dies wäre meine einzelne Kritik. Stars gibt es hier auch. Matin Sheen und Miguel Ferrer dürfen sich von ihrer lustigen Seite zeigen und dennoch darstellerisch gut da stehen, auch wenn ich auch mit dieser Meinung bei manchen Fans vielleicht am Ende allein bleibe. Martin Sheen mimt den Militär, der ALF exekutieren möchte („Der Außerirdische ist eine Gefahr für die Menschheit und sollte verbrannt werden“ „Sie meinen verbannt Sir“ „Nein“), weshalb ALF flüchten muss (eine saukomische Flucht mit Hilfe zweier engagierter junger Militärs, die im Gegensatz zu Sheen an ALFs Wohlergehen interessiert sind). Miguel Ferrer spielt stattdessen eine eher zwielichtige Rolle, die zuerst gut wirkt und dann fragwürdig wird. Vorhersehbar? Wahrscheinlich. Unterhaltsam? Durchaus. ALF bleibt hier unerschütterlich und sagt dazu immer noch „Null problemo“ oder auch diesmal im Film „Alles paradieso“.

Ich mag diesen Film heute immer noch und die VHS ist mir besonders lieb seit Kindheitstagen, obwohl ich natürlich auch inzwischen eine DVD davon hab. Für mich ist er ein Feel-Good-Evergreen und daher einer meiner Favoriten, auch wenn es keine große filmische Kunst ist.

Schaut mal bei Gelegenheit rein. Vielleicht ist es ja doch ein etwas unterschätzter Titel. Wer weiß.


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