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Mein Tribut auf Hulk Hogan

Avatar von Mr. VHS

Am 24. Juli 2025 wurde die Welt des Wrestlings erschüttert. Terrence „Terry“ Gene Bollea war einer Herzattacke erlegen und vertorben. Besser bekannt ist er allerdings seinen Fans, der Welt des Wrestlings und auch dem Kino unter seinem Ringnamen Hulk Hogan.

Hulk Hogan (geboren am 11.08.1953) war in den 90er Jahren das internationale Aushängeschild der WWF (World Wrestling Federation), welche heute als WWE (World Wrestling Entertainment) bekannt ist. Hogans Präsenz ist vor allem die Popularität dieses Sports in Deutschland unter anderem zu verdanken. Es gab Actionfiguren von ihm, Videospiele, die sich auf die WWF und ihn bezogen und später auch VHS-Tapes, auf denen man seine Kämpfe nochmals nachverfolgen konnte. Er und seine Gegner (Macho Man, der Undertaker, Roddy Piper, Rick Flair und viele weitere) waren auch in vielen Kinderzimmern präsent, wie auch in meinem eigenen.

Hulk Hogan im TV sehen zu können und ihn bei seinen Fights zu bestaunen war für mich als Kind in den 90ern immer wieder ein Highlight. Hogan (oder auch der Hulkster, wie wir ihn liebevoll genannt hatten) war wahrscheinlich nicht nur mein liebster Wrestler. Er war groß, strahlend und überall präsent in der damaligen Zeit. Es wundert daher nicht, dass er auch ins Filmgeschäft einstieg.

In den 80ern startete er seine Filmkarriere als Gastdarsteller in „Rocky III – Das Auge des Tigers“ [Rocky III] (USA 1982) als wrestlender Gegner für Rocky in einem recht spaßigen Showkampf zu Beginn des Films. Seine Rolle hieß dort „Thunder Lips“ („ein Berg geschmolzener Lust“) und er haute einen finsteren Spruch nach dem anderen in Rockys Richtung heraus: „Vielleicht kann ich dir nicht deine Moral brechen, aber zumindest kann ich dir dein verdammtes Kreuz brechen“. Nach dem Fight vertrugen sich beide Gegner im Film und „Thunder Lips“ erwiderte bloß „So wird das Spiel nun mal gespielt“ und posierte nachher grinsend mit Rocky für ein Erinnerungsfoto. Es folgten Auftritte in der Serie „Das A-Team“ (als er selbst) [The A-Team] (USA 1985-86) und eigene Filme wie „Mr. Babysitter“ [Mr. Nanny] (USA 1993) und „Der Ritter aus dem All“ [Suburban Commando] (USA 1991). Es folgten noch etliche weitere Filme. Selbst in „Gremlins 2 – Die Rückkehr der kleinen Monster“ [Gremlins 2 – The new Batch] (USA 1990) hatte er in der Kinofassung einen kleinen Auftritt als er selbst (so auch auf DVD und Bluray veröffentlicht, jedoch nicht auf VHS, wo es eine alternative Szene mit John Wayne gab).

Die Qualität der Filme schwankte gelegentlich, aber es machte Spaß und für mich war es das, worum es immer ging. Anspruch war hier nicht wichtig. Die Action stand im Vordergrund. Auch in Serie ging der Hulkster. „Thunder in Paradies“ (USA 1994), auch wenn es die Serie nur auf 22 Folgen brachte und später schloss sich Hogan dem Reality-TV an mit seiner Reality-Serie „Hogan knows best“ (USA 2005-2009), die es bei uns auf MTV zu sehen gab. Ein großer Spaß.

Die erste Hauptrolle hatte Hulk Hogan aber in „Der Hammer“ [No Holds Barred] (USA 1989). Hier spielte er „Rip“, einen komerziel erfolgreichen Wrestler. Ein böser TV-Chef will ihn um jeden Preis abwerben und provoziert hierfür einen großen Fight mit dem finsteren Kämpfer „Zeus“ (Tom Lister), der ihn dazu zwingen soll den TV-Sender zu wechseln. „Rip“ ist jedoch unnachgiebig und stellt sich selbstverständlich auch dem brutalen Kampf gegen „Zeus“, welcher das Finale des Films darstellt. Sonderlich kreativ ist der Film natürlich nicht, aber er macht Spaß und Hulk Hogan verkörpert sozusagen sich selbst. Es gibt viel Action und der Hulkster darf mehr als nur einmal die Muskeln spielen lassen. Damals war der Film in Deutschland im Kino und auch auf VHS verrückter Weise ab 18 Jahren freigegeben. Heute ist er ab 16 und obwohl ich mich immer an FSK-Regeln halte, wenn es Jugendliche und deren Wohl angeht, würde ich immer noch behaupten, dass „Der Hammer“ auch für 12 Jährige geeignet ist, und zwar ganz ohne Zensuren.

Das Tape, dass ich zuhause habe trägt den alten FSK 18 Aufdruck und hat eine großen Plastik-Verleihhülle mit Pappcover von VCL ohne Plastikschutz außerhalb des Covers. Solche Cover sind leider immer recht anfällig, aufgrund des Alters und des mangelndes Schutzes des Papiers, für Schäden. Trotzdem ist meine Auflage immer noch im guten Zustand und auch das Band läuft wunderbar durch und hat ein tolles Bild zu bieten.

Hogan war quasi immer Hogan. Egal ob als Wrestler in „Der Hammer“ oder als Ex-Wrestler in „Mr. Babysitter“. In „Shadow Warriors – Rache um jeden Preis“ [Shadow Warriors – Assault on Devil’s Island] (USA 1997) ging es etwas härter zur Sache und in „Santa Claus mit Muckis“ [Santa Claus with Muscles] (USA 1996) wurde es auch mal komplett albern. Unterhaltsam war es immer.

Hulk „Terry“ Hogan aka der Hulkster war eine Legende des Wrestling und auch, wenn er menschlich viele Fehler gemacht hat und öffentlich in den letzten 20 Jahren auch provozieren konnte, werde ich ihn als die Figur, die er darstellte in Erinnerung behalten. Seine Popularität war überdimensional und er hatte den 90ern seinen Stempel aufgedrückt und die Geschichte des Entertainments nachhaltig mit beeinflusst. Er war ein Star seines Sports und ein guter Tipp beim Besuch in der Videothek, wenn man einfach nur gute Laune haben wollte.

Der Wrestler, der Schauspieler und der große Kämpfer. Er wird sehr fehlen. Leb wohl Hulkster.


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