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Nachruf auf den „Prince of Darkness“ – Ozzy Osbourne (I)

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Remembering Ozzy Osbourne, Part I

Am 22. Juli 2025 ist der britische Sänger und Schauspieler Ozzy Osbourne im Alter von 76 Jahren nach langer schwerer Krankheit  in Jordans, Buckinghamshire verstorben.

John Michael „Ozzy“ Osbourne wurde am 03. Dezember 1948 in Marston Green, Warwickshire in der Nähe von Birmingham als Viertes von Sechs Kinder in armen Verhältnissen geboren.

Im Alter von Elf Jahren wurde er laut eigenen Aussagen er mehrfach von älteren Schülern körperlich und sexuell misshandelt und erniedrigt, was dazu führte, dass er bereits als Jugendlicher einige Suizidversuche unternahm, da solche Erfahrungen zu dieser Zeit noch ein absolutes Tabuthema waren, öffnete er sich diesbezüglich erst Jahre später. Osbourne hatte außerdem eine ausgeprägte Lese- und Rechtschreibschwäche und verließ die Schule mit 15 Jahren, nachdem er den Beatles-Hit ‚She loves you‘ gehört hatte und es sich zum Ziel machte Rockstar zu werden. In der Folge hielt er sich mit Gelegenheitsjobs u.a. auf dem Bau, im Schlachthof und in einer Autofabrik über Wasser. Mit 17 Jahren wurde er wegen Raubes in einem Textilgeschäft zu Sechs Wochen Haft verurteilt, da er die Strafe nicht bezahlen konnte und sein Vater ihm damit eine Lektion erteilen wollte.

Im Verlauf des Jahres 1967 traf er zunächst auf seinen späteren Black Sabbath Mitstreiter Geezer Butler, wenig später auf Tony Iommi und Bill Ward, sie gründeten zunächst die ‚Polka Tulk Blues Band‘, wenig später ‚Earth‘, änderten diesen Namen wegen Ähnlichkeiten zu anderen Bands aber 1969 in ‚Black Sabbath‘, benannt nach dem gleichnamigen Mario Bava Film mit Boris Karloff.

Die Band nahm ihr Debutalbum an nur einem Tag in einer 12-Stunden-Session im Oktober 1969 auf. ‚Evil Woman‘ (Coverversion der Band ‚Crow‘), die erste Single der Band, hinterließ in den Charts jedoch keinen Eindruck. Ihr Auftritt in John Peel’s Top Gear Radio Show verschaffte ihnen im November 1969 die dringend notwendige öffentliche Aufmerksamkeit. Mit ihrem ungewöhnlichen Sound, düsteren, harten Riffs, okkulten Thematiken und Ozzy’s markantem Gesang waren sie etwas Neues auf der musikalischen Bühne.

Das Debutalbum ‚Black Sabbath‘ erschien passenderweise am Freitag dem 13. Februar 1970, es erreichte Platz 8 in Deutschland und im United Kingdom und Platz 23 in den USA, obwohl es in der Fachpresse überwiegend verrissen wurde, später jedoch als eines der wichtigsten und wegweisendsten Heavy Metal Alben aller Zeiten bezeichnet wurde. Songs wie ‚Black Sabbath‘, ‚The Wizard‘ und ‚N.I.B. ‘ wurden zu Meilensteinen, das Album verkaufte sich weltweit Schätzungen zu Folge annähernd Fünf Millionen Mal. Im Juni 1970 begab sich die Band wieder ins Studio, diesmal zwei Tage und nahm das Album ‚Paranoid‘ mit dem gleichnamigen Hit auf, der Song entstand nach Aussagen der Band innerhalb von Zwanzig Minuten, da man zu wenig Songs für das Album hatte. Das Album gilt als Masterpiece der Band und enthält neben dem Titeltrack u.a. Klassiker wie ‚War Pigs‘; ‚Iron Man‘ und ‚Fairies wear Boots‘, es verkaufte sich weltweit mehr als Zehn Millionen mal. Zu dieser Zeit trat die Band unter anderem auch in Deutschland im Beat Club auf, sie tourten inzwischen weltweit und begannen nur Elf Tage nach ihrer ersten Tour die mehr als Sieben Monate dauernde ‚Paranoid-Tour‘.

Im Februar 1971 fand sich die Band bereits wieder zu Sessions für ‚Master of Reality‘ im Aufnahmestudio in London ein, das Album enthielt mit ‚Children of the Grave‘ und ‚Sweet Leaf‘ weitere Meilensteine. Das Non-Stop Touring und der Drogenkonsum der Bandmitglieder forderten ihren Zoll und bei den Aufnahmen zu ‚Black Sabbath Vol 4‘ wäre Schlagzeuger Bill Ward fast gefeuert wurden. Gitarrist Tony Iommi brach nach tagelangem Kokainkonsum nach einem Soundcheck zusammen und wurde beinahe von einem militanten Christen erstochen, da der Band vorgeworfen wurde mit der Hölle und dem Teufel im Bunde zu stehen und die Jugend zu verderben. Der Drogenkonsum war so enorm, dass während der Aufnahmen Lautsprecher voller Kokain angeliefert wurden, auch mit Heroin experimentierte die Band allerdings „nur“ zum Schniefen und Rauchen. Vol. 4 enthielt auch den emotionalen und ungewöhnlich balladesken Sabbath Song ‚Changes‘, Ozzy nahm diesen 2003 abermals mit seiner Tochter Kelly auf und erreichte damit Platz Eins der UK-Charts.

Die Band nahm in den Folgejahren die Alben ‚Sabbath Bloody Sabbath‘ (1973), ‚Sabotage‘ (1975), ‚Technical Ecstasy‘ (1976) und ‚Never say die!‘ (1978) auf. Bei den Sessions zu ‚Never say die!‘ war Ozzy zwischenzeitlich bereits durch Dave Walker (Savoy Brown, Fleetwood Mac) ersetzt wurden und weigerte sich nach seinem Wiedereinstieg die mit ihm entstandenen Songs zu singen. Die Spannungen innerhalb der Band waren so groß, dass die Mitglieder teilweise nicht mehr direkt miteinander kommunizierten oder zu betrunken oder zu high waren um fokussiert arbeiten zu können. Ozzy musste außerdem den Tod seines Vaters während der Aufnahmen verkraften, was zu einer Pause von drei Monaten führte. Der Erfolg der Band nahm im Verlauf der letzten Alben stetig ab und ‚Never say die!‘ verkaufte sich „nur“ etwa Eine Million mal weltweit.

Im April 1979 wurde Ozzy aus der Band entlassen und durch ‚Rainbow‘-Sänger Ronnie James Dio ersetzt. Die Band vereinigte sich in den Folgejahren für einzelne Auftritte immer mal wieder, z.B. 1985 für ‚Live Aid‘ und 1992 bei einem Konzert von Ozzy in Costa Mesa.

Nach seinem Ausstieg aus Black Sabbath und einer Abfindung von ca. 100.000 $ isolierte sich Ozzy für ca. drei Monate in einen Drogentunnel. Don Arden verpflichtete ihn jedoch bei Jet Records und versuchte zunächst Black Sabbath wiederzuvereinigen, was misslang, danach gab es verschiedene Versuche Ozzy zu vermitteln unter anderem in einer Supergroup mit Gary Moore, woran dieser jedoch kein Interesse hatte. Immerhin half Moore Ozzy verschiedene Musiker für eine Band zu testen. In dieser Zeit schickte Manager Don Arden seine Tochter Sharon zu Ozzy um sich um dessen Belange zu kümmern und ihn auf einen normalen Weg zurückzubringen, die beiden heiraten 1982.

R.i.P. Ozzy

Part II folgt…


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