In kürzester Zeit starben nun mehrere große Stars und am 01.04.2025 traf es Val Kilmer im Alter von 65 Jahren. Er verstarb in seiner Heimatstadt Los Angeles an den Folgen einer Lungenentzündung. In seiner Biografie liest man, dass er schon sehr früh eine tiefe Leidenschaft für die Schauspielkunst entwickelt hatte, und er im Vergleichsweise noch sehr jungem Alter an der renommierten Juilliard School in New York angenommen wurde. Das unterstreicht nochmals sehr deutlich, mit welch einem Talent er ausgestattet war. Betrachten wir gemeinsam nochmals seine Karriere:
Sein filmisches Debüt gab Kilmer 1984 in der Komödie TOP SECRET, doch es war seine Darstellung des kampferprobten Piloten Tom „Iceman“ Kazansky im Blockbuster TOP GUN (1986), die ihn ins internationale Rampenlicht katapultierte. Nach weiteren Rollen, beispielsweise in dem TV-Thriller DER MANN DER 1000 KETTEN SPRENGTE (1987) oder dem Kino-Hit WILLOW (1988), verkörperte er mit beeindruckender Intensität 1991 den charismatischen Frontmann „Jim Morrison“ in Oliver Stones Biopic THE DOORS, wobei er sämtliche Gesangsparts selbst übernahm und Kritiker wie Publikum gleichermaßen begeisterte. HALBBLUT (1992), TRUE ROMANCE (1993) und KAREN MCCOY (1993) folgten und in TOMBSTONE (1993) brillierte er als scharfzüngiger Revolverheld „Doc Holliday“. Seinen weiteren Höhepunkt hatte Val als „Batman“ in BATMAN FOREVER (1995). Besonders hier zeigte er sein großes Talent, in dem er die innere Zerrissenheit dieses dunklen Ritters eindrucksvoll zum Ausdruck brachte. Und eben diese Wandlungsfähigkeit stellte er erneut ganz besonders in THE SAINT (1998) unter Beweis, indem er als Meister der Verkleidung unterschiedlichste Charaktere mit Bravour darstellte.
Oscar- und Golden Globe Nominierungen blieben ihm verwehrt, aber er wurde für seine Rollen in HEAT und KISS KISS BANG BANG mit Saturn Award Nominierungen bedacht und erhielt 2022 den Humanitarian Award der Satellite Awards. Die berüchtigten Razzie Awards bedachten ihn hingegen mit deutlich mehr Nominierungen. Allerdings war seine Nominierung dort, als schlechtester Darsteller in THE SAINT (1998) eine Unverschämtheit welche später durch eine negative Nominierung der Dokumentation über seine Karriere „Ein Leben zwischen TOP GUN und THE DOORS“ wiederholt wurde.
Abseits der Leinwand war Kilmer für seine kompromisslose Hingabe zur Kunst bekannt, was gelegentlich zu Spannungen am Set führte. Dennoch wurde sein Streben nach Authentizität und Tiefe in seinen Rollen hoch geschätzt. Sein Privatleben war geprägt von der Liebe zu seinen beiden Kindern, Mercedes und Jack, die aus seiner Ehe mit der Schauspielerin Joanne Whalley (1996 geschieden) hervorgingen. Er führte bis 2014 ein gutes Leben, aber dann kam eine große Herausforderung: es wurde bei ihm Kehlkopfkrebs diagnostiziert, gab aber nicht auf und besiegte den Krebs. Leider musste er dabei aber starke Einbußen bei seiner Stimme hinnehmen. – Dazu muss man wissen, dass er auch als Synchronsprecher tätig war, und die Zuschauer beispielsweise seine Synchronisation von „KITT“ in der Neuauflage von KNIGHT RIDER (2008-2009) sehr schätzten. – Doch auch durch diesen Rückschlag ließ er sich nicht entmutigen und 2021 bot sich eine großartige Chance: mit einer Softwarefirma arbeitete er zusammen, um seine Stimme mittels künstlicher Intelligenz nachzubilden.
Sein letzter großer Auftritt war in TOP GUN – 2 – MAVERICK (2022). Endlich konnten wir ihn wieder in der Rolle des „Iceman“ sehen. Obwohl ich andere Filme wie HEAT (1995) und THE SAINT (1998) eher vorziehe, sehe ich eben diese Rolle des „Iceman“ als bewegenden Abschluss seiner wirklich beeindruckenden Karriere.


Kommentar verfassen