Nachdem ich mich im letzten Blogtext zu Batman mit Michael Keaton (meinem persönlichen liebsten Batman) befasst hatte, sind nun die direkten Fortsetzungen im Kino dran, welche beide von Joel Schumacher inszeniert wurden. Nicht jeder Batman-Fan war anschließend begeistert leider….
„Batman Forever“ von 1995 brach zwar stilistisch mit Burtons Vorgängern, aber funktionierte gut. Tim Burton war als Produzent mit an Bord und Joel Schumacher inszenierte Val Kilmer als Batman. Die Figur des Robin wurde eingeführt, der hier von Chris O’Donnell verkörpert wird. Zwei starke Gegenspieler folgten auch. Jim Carrey gab den Riddler und Tommy Lee Jones war Harvey Dent aka Two Face. Tatsächlich hatte man in „Batman“ von 1989 Harvey Dent bereits gesehen, dargestellt von Billy Dee Williams (Den meisten wahrscheinlich bekannt als Lando Calrissian aus der Star Wars Filmreihe). Wenn es nach Burton gegangen wäre, hätte „Forever“ unter seiner Regie auch Williams als Two Face gehabt, aber Warner Bros entschied sich für eine Neuorientierung. Einen Love-Interest gab es für Bruce Wayne natürlich auch in Form von Nicole Kidman, die eine Psychologin spielt, die sich mit Bruce Waynes Psyche befasst, was natürlich kein leichter Job ist.
„Batman Forever“ war nun bunt, schrill und überdreht und noch comichafter als die vorangegangenen Titel, aber dennoch behielt er auch ernste Töne bei. Nur die düstere Atmosphäre wurde reduziert. Knallig passt hier als Begriff recht gut. Es wurde wild, was aber erstaunlich gut funktionierte. Jim Carrey vor allem spielte mit großer sichtlicher Freude den verrückten Rätselmacher Riddler. Der Gegenpart des ernsthaften Two Face war hier durch Tommy Lee Jones perfekt besetzt. Auffallend empfand ich nur immer die Veränderung in der allgemeinen Ernsthaftigkeit, bzw. der geringeren Ernsthaftigkeit. Two Face ist dramatisch, aber deutlich überdrehter und bedeutend weniger ernst zu nehmen als Jack Nicholsons Joker zum Beispiel, aber dies ist nicht wirklich schlecht. Es ist vielmehr einfach nur neu.
Trotz sämtlicher Änderungen ist dies nicht völlig ein neuer Batman. Es gibt Charaktere, die aus den Burton-Filmen heraus immer noch mit den gleichen Darstellern besetzt wurden, und zwar der treue Butler Alfred (Michael Gough) und Comissioner Gordon (Pat Hingle). Beide Rollen blieben gleich besetzt, aber alles drumherum wurde erneuert. Dennoch habe ich Kritik. Während Alfred stilistisch gleich blieb und nach wie vor gewichtig war innerhalb der Reihe, verkam Pat Hingles Rolle des Gordon nach und nach zum Stichwortgeber. In „Batman“ war er noch wichtig. In „Batmans Rückkehr“ war er zumindest noch notwendig. In „Batman Forever“ war er eher nur da und im Folgefilm „Batman and Robin“ verkam er bedauerlicherweise zur Witzfigur. Einer der wenigen Kritikpunkte, die ich an „Batman and Robin“ von 1997 habe, womit wir zum zweiten und leider auch letzten Batman-Beitrag von Joel Schumacher kommen.
„Batman and Robin“. Hier scheiden sich die Fans deutlich. Für viele war es der ultimative Tiefpunkt des Franchises. George Clooney (er war nun Batman) mag den Film immer noch nicht und befürchtete damals einen Karrierekiller. Der Film übertreibt vor allem die Elemente des Vorgängers auf eine noch comichaftere Art. Dieses Konzept funktioniert im Grunde durchaus, aber holte nicht alle Fans gleichermaßen ab und gilt heute als misslungen. Dennoch ist es ein interessanter und aberwitziger Film. Arnold Schwarzenegger als Viktor Freeze zu besetzen, der zum Oberschurken Mr. Freeze wird, war sowohl gewagt, extrem überdreht, aber auch eindrucksvoll. Schwarzenegger geht in dieser Figur vollends auf und spielt diese sichtlich mit Spaß an der Sache. Ihm zur Seite stellte man Uma Thurman als Poison Ivy, die auch recht überdreht spielt, aber diese Rolle glaubhaft in Szene setzt. Mankos sind eher Bane und auch, der von mir bereits angesprochene, Comissioner Gordon. Bane ist weit entfernt vom kriminellen Genie der Comics. Vielmehr ist er ein tölpelhafter Muskelprotz ohne Sinn und Verstand und damit das komplette Gegenteil der Rolle, die er verkörpert. Physisch ist Bane natürlich kräftig, aber Tom Hardy war 2012 als Bane in Christopher Nolans „The Dark Knight Rises“ sehr viel glaubhafter. Comissioner Gordon ist in „Batman and Robin“ nur noch ein Witz und hat gar nichts mehr zur Handlung beizutragen und wältzt gefühlt seine Verantwortung auf Batman ab und ist nun damit das radikale Gegenstück zu Gordon aus „Batman“ von 1989, der aber in allen Realfilmen der Batman-Reihe zwischen 1989 bis 1997 von Pat Hingle gespielt wird. Im Vergleich zu dieser Darstellung möchte ich aber auch Nolans Version lobend erwähnen. Gary Oldman ist in Nolans „Dark-Knight“-Trilogie der perfekte James Gordon mit einer wunderbar detailliert dargestellten charakterlichen Entwicklung. Das konnte Nolan daher, meiner Meinung nach, besser.
Irgendwie würde ich daher auch behaupten, dass „Batman and Robin auch vielmehr ein besonders unterhaltsames Guilty Pleasure darstellt. Für mich zumindest. Das Zusammenspiel der Hauptfiguren macht trotzdem jede Menge Spaß. George Clooney war damals ein wirklich gelungener Batman, auch wenn das nicht alle so sehen. Bob Kane, Comicautor und der Schöpfer von Batman, bezeichnete Clooney damals als seine liebste Darstellung des Bruce Wayne. Außerdem ist auch Arnold Schwarzenegger als Mr. Freeze ein großer Spaß, aber man darf ihn nicht zu ernst nehmen. Tatsächlich ist natürlich auch Robin hier immer noch präsent und Chris O’Donnell griff seine Rolle aus dem Vorgängerfilm recht gelungen wieder auf. Alicia Silverstone kam als Batgirl hinzu und ein alter Darsteller des ersten Batmans unter Tim Burtons Regie blieb uns in allen vier Filmen bis zum Ende erhalten: Alfred. Der alte Butler und treuer Freund und auch Vaterfigur des Batmans bzw Bruce Wayne. Michael Gough war wundervoll in dieser Rolle und blieb eine großartige Konstante in allen vier Teilen zwischen 1989 und 1997. Die Rolle veränderte sich überhaupt nicht und blieb immer der sichere Fels, den Batman auch immer wieder brauchte.
Alles in allem sind die Batman-Filme von Joel Schumacher meiner Meinung nach durchaus gelungen gewesen, auch wenn ich eher für Burtons Filme war. Allerdings war Burton als Produzent bei Schumacher mit an Bord und hatte damit immer in gewisser Weise mit ein Auge auf die Produktionen.
Die Tapes, die ich von „Batman Forever“ und von „Batman and Robin“ besitze, sind Verleihauflagen in großen Boxen mit teilweise gewissen Gebrauchsspuren. Die Tapes selbst aber laufen immer noch sehr gut und es ist immer wieder ein großer Spaß diese erneut zu erleben. Natürlich habe ich unlängst die Blurays dazu in mein Regal gestellt, aber ich liebe VHS einfach und habe immer wieder Freude daran auch mal die alten Kassetten statt der DVDs oder Blurays anzuschauen.
Bald wird noch ein Batman-Blog-Text folgen. Bis dahin, schaut doch mal bei Joel Schumachers Batman-Filmen nochmal rein und genießt es einfach. Sie sind es wert.


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