Schon die ersten Minuten des Films entfalten eine faszinierende Langatmigkeit, die den Zuschauer einlädt, sich auf das gemächliche Erzähltempo vergangener Filmepochen einzulassen. Regisseur Ralph Nelson, bekannt für spätere Werke wie DAS WIEGENLIED VOM TOTSCHLAG und EMBRYO, schuf mit diesem fesselnden Thriller ein zeitloses Werk über die brisanten Rassenkonflikte im amerikanischen Süden. Unterstützt wurde er dabei von einer bemerkenswerten Besetzung und einem kreativen Team: Das Drehbuch stammt aus der Feder von James Lee Barrett, der mit DIE GNADENLOSEN, EL CAPITANO und EIN AUSGEKOCHTES SCHLITZOHR schon mehrfach sein Talent bewiesen hatte. Die stimmungsvolle Filmmusik komponierte Jerry Styner. Die Hauptrollen wurden mit beeindruckenden Darstellern besetzt: Jim Brown, der charismatische George Kennedy, bekannt aus ERDBEBEN, der legendäre Fredric March sowie Lynn Carlin. Neben diesen Stars glänzt der Film durch eine Riege erfahrener Nebendarsteller, darunter Don Stroud, Janet MacLachlan, Clifton James, Robert Random, Bernie Casey, Anthony James, Dub Taylor und viele andere.
Der Film erzählt die Geschichte von Jim Price, einem afroamerikanischen Mann, der in einer Kleinstadt im Süden zum Sheriff gewählt wird – ein Novum, das die rassistisch geprägte Stadt erschüttert. Trotz Widerstandes und offener Anfeindungen, insbesondere vom ehemaligen Sheriff John Little, versucht Price, Ordnung und Gerechtigkeit aufrechtzuerhalten. Doch als ein weißer Mann wegen Totschlags inhaftiert wird, eskalieren die Spannungen und drohen in Gewalt zu münden…
Die Dreharbeiten begannen am 5. Mai 1969 und führten das Team an atmosphärische Schauplätze wie Colusa und Marysville in Kalifornien. Nach den Außenaufnahmen fanden die abschließenden Innenaufnahmen in den berühmten MGM-Studios in Culver City statt, bevor die Dreharbeiten am 19. Juni 1969 erfolgreich beendet wurden. Für Fredric March, der in die Rolle des Bürgermeisters Jeff Parks schlüpfte, war dies sein vorletzter Film. Seine endgültige Verabschiedung von der Leinwand gab er in THE ICEMAN COMETH (1973), bevor er 1975 im Alter von 77 Jahren verstarb.
Zur US-TV-Premiere im Jahr 1972 wurde der originale Soundtrack, dargeboten von den Glaser Brothers, größtenteils ersetzt und durch Stücke aus Hank Williams Jr.’s A TIME TO SING (1968) synchronisiert. Eine interessante Anekdote zur Filmgeschichte! In Deutschland fand der Film unter dem alternativen Titel BLACK COP seinen Weg auf VHS, jedoch steht eine längst überfällige Veröffentlichung auf DVD oder Blu-ray bis heute aus. Ein solches Werk, das nicht nur durch seine dramatische Handlung, sondern auch durch seine künstlerische Qualität beeindruckt, hätte eine angemessene Aufbereitung für die Heimkino-Sammlung mehr als verdient.


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