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So war die 97. Oscar-Verleihung

Avatar von Jan Planinic

Die 97. Oscar-Verleihung begann mit einer bewegenden Hommage an Los Angeles, das kürzlich von verheerenden Waldbränden heimgesucht wurde. Ein Video zeigte ikonische Filmszenen, die in der Stadt gedreht wurden. Anschließend traten Cynthia Erivo und Ariana Grande auf die Bühne und präsentierten bewegende Interpretationen von „Somewhere Over the Rainbow“ und „Defying Gravity“, was vom Publikum mit stehenden Ovationen honoriert wurde.

In seinem Eröffnungsmonolog bewies Conan O’Brien sein Talent für humorvolle und zugleich nachdenkliche Kommentare. Er scherzte über aktuelle Themen und nahm dabei auch sich selbst aufs Korn. Besonders hervorzuheben ist seine Fähigkeit, das Publikum mit seinem Witz zu fesseln und gleichzeitig den Ernst der jüngsten Ereignisse zu berücksichtigen. Conan hat mit seinem Host-Debüt der Verleihung einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mit seinem einzigartigen Stil und Charme führte O’Brien durch den Abend und bewies, dass er die perfekte Wahl für diese prestigeträchtige Rolle war.

Die Preisträger

Der Abend stand ganz im Zeichen des Independent-Films ANORA, einer fesselnden Erzählung über eine erotische Tänzerin, die mit dem Sohn eines russischen Oligarchen durchbrennt. Regisseur Sean Baker schuf mit dem bescheidenen Budget von 6 Millionen US-Dollar ein Meisterwerk, das auch die Goldene Palme von Cannes gewinnen konnte. Bei den diesjährigen Oscars wurde ANORA mit fünf Oscars ausgezeichnet – unter anderem für den besten Film und die beste Regie (Sean Baker). Mikey Madison wurde als beste Hauptdarstellerin für ANORA ausgezeichnet, entgegen den Favoritinnen Demi Moore (THE SUBSTANCE) und Fernanda Torres (FÜR IMMER HIER), was eine große Überraschung war. Als bester Hauptdarsteller wurde Adrien Brody (DER BRUTALIST) ausgezeichnet, der Favorit Timothée Chalamet (LIKE A COMPLETE UNKNOWN) ging leer aus. In den Nebenrollen wurden die Favoriten Kieran Culkin (A REAL PAIN) und Zoe Saldaña (EMILIA PÉREZ) ausgezeichnet.

Das Musical WICKED wurde für sein herausragendes Produktionsdesign und die fantasievollen Kostüme geehrt, wobei Paul Tazewell als erster afroamerikanischer Kostümbildner mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. DUNE: PART TWO beeindruckte mit atemberaubenden visuellen Effekten und exzellentem Sounddesign, was ihm in beiden Kategorien entsprechend den Oscar einbrachte. Die Oscars für die Drehbücher gingen an ANORA (Original) und an KONKLAVE (Adaptiert). Die beste Kamera ging an DER BRUTALIST, wobei hier DUNE: PART TWO oder NOSFERATU als Favoriten gesehen wurden. Ebenso konnte ANORA auch den Filmschnitt gewinnen, bei dem KONKLAVE bis zuletzt hoch gehandelt wurde. Der Film THE SUBSTANCE erhielt verdient den Oscar für das beste Make-up und die besten Frisuren. DER BRUTALIST erhielt seinen dritten Oscar des Abends für die beste Filmmusik. Der beste Filmsong hingegen ging wie erwartet an EMILIA PÉREZ. Die internationale Filmwelt wurde durch den brasilianischen Beitrag FÜR IMMER HIER gefeiert, der als bester internationaler Film ausgezeichnet wurde. Im Bereich der Animation setzte sich FLOW, ein wortloser lettischer Animationsfilm, als bester Animationsfilm durch und markierte damit Lettlands ersten Oscar-Gewinn.

Zu guter Letzt, darf auch Deutschland sich freuen: Gerd Nefzer wurde für die besten Visuellen Effekte in DUNE: PART TWO mit dem Oscar ausgezeichnet. Dies ist seine dritte Auszeichnung nach BLADE RUNNER 2049 (2018) und DUNE (2022).

Die Verleihung

Es war eine routinierte Oscar-Verleihung, die allerdings mit einer, meiner Meinung nach, nicht besseren Bühne als im vergangenen Jahr punkten konnte. Aber es stachen die großartige Moderation von Conan und die Präsentation der besten Kostüme deutlich hervor. Die Implementierung der James Bond 007 Songs wirkte etwas zusammenhanglos und tatsächlich auch lieblos in das Programm eingefügt. Im traditionellen In Memoriam bewegte der Moment, als der Name des verstorbenen Schauspielers Gene Hackman erschien. Die Academy hatte erst kurzfristig entschieden, ihn in das Segment aufzunehmen, was als respektvolle Geste begrüßt wurde. Allerdings ist in den Social Media Foren schon zu lesen, dass viele Namen wieder übergangen wurden und auch die Kritik, dass die Namen doch recht schnell durch das Bild liefen, ist hier nicht unberechtigt. Letztendlich bleibt die Oscar-Verleihung offenbar weiterhin ein Opfer der eng getakteten Sendezeit und verliert somit leider immer mehr die Chance, sich entfalten zu können.


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