Die erste Fortsetzung zum 80er-Kultfilm „Highlander“ wird von vielen Fans verschmäht – und zählt gemeinhin nicht einmal zum Kanon der Gesamt-Saga. Das lässt sich auch daran ermessen, dass „Highlander II – Die Rückkehr“ im 1994 nachgelegten dritten Teil schlicht ignoriert wird. Und zugegeben: Der erneut vom Australier Russell Mulcahy inszenierte Aufguss ist erzählerisch löchriger als jeder Schweizer Käse. Allerdings hängt das Qualitätslevel – und damit verbunden auch die Wirkung – stark davon ab, welche Fassung man sich anschaut.
Um zu verstehen, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass drei offizielle Versionen von „Highlander II“ existieren, muss man in die chaotische Entstehungsgeschichte eintauchen. Dabei standen die Vorzeichen für eine Fortsetzung des Klassikers gar nicht schlecht: Das Budget wurde gegenüber dem Vorgänger auf rund 30 Millionen Dollar erhöht und die Stars des Originals waren auch wieder an Bord. Doch die Produzenten Bill Panzer und Peter Davis wählten, gerade aus Gründen der Kostensenkung, Argentinien als Drehort. Der wirtschaftliche Niedergang des Landes und der beständige Währungsverfall des Austral trieb die Kosten für den Film aber konstant in die Höhe. Und das auch, da viel Arbeit – und Geld – in die Errichtung von Sets investiert werden musste. Am Ende übernahm das zur Absicherung der Produktion eingesetzte Unternehmen für Sicherheitsanleihen die Kontrolle, um den Film so effizient wie möglich fertigzustellen. Dabei wurde neben Panzer und Davis auch Mulcahy von der weiteren Arbeit an „Highlander II“ ausgeschlossen. Mit dem Ergebnis, dass aus dem vorhandenen Material am Ende ein Film erstellt wurde, der für sich genommen keinen Sinn ergibt.
Die Kinofassung von 1991 ist für viele Fans ein Ärgernis. Ein Aspekt, der die Gemüter bis heute erhitzt, ist der Umstand, dass die Unsterblichen Außerirdische sind! So stammen Connor MacLeod (Christopher Lambert) und sein Mentor Ramirez (Sean Connery) vom fernen Wüstenplaneten Zeist und werden vom fiesen General Katana (Michael Ironside) nach einem Umsturzversuch auf die Erde verbannt.
1995 erhielten Panzer, Davis und Mulcahy die Möglichkeit, den Film komplett umzuschneiden und mehr noch Szenen nachzudrehen. Das Ergebnis ist die Renegade Version, in der die Unsterblichen einer uralten irdischen Hochkultur entstammen und die Aufständischen eben in die Zukunft verbannt werden. Allerdings wurden die Effekte der Kinofassung übernommen. Das lässt sich u. a. daran erkennen, dass der die Welt umspannende Schutzschirm vor der todbringenden Sonnenstrahlung in diesen beiden Fassungen rot dargestellt ist. Und das, obwohl sämtliche Szenen eigentlich einen deutlichen Blauschimmer aufweisen. Das wurde erst in der finalen Fassung, der sogenannten Special Edition, ausgeräumt, die 2004 mit finanzieller Unterstützung von Lionsgate erstellt wurde.
Im Grunde entspricht diese Fassung der Renegade Version – nur eben mit überarbeiteten digitalen Effekten und optimiertem Sound. Ein weiterer wesentlicher Unterschied findet sich beim Ende. Die Kinofassung zeigt nämlich ein überzogenes Märchen-Ende, bei dem der schwebende MacLeod mit seiner Holden Louise (Virginia Madsen) auch ohne Raumschiff nach Zeist fliegen will.
In späteren physischen Veröffentlichungen wurde ein anderes Finale eingefügt – nämlich das auch in der Renegade Version und der Special Edition verwendete, bei dem sich Louise und MacLeod zu Abschiedsworten von Ramirez unter freiem Sternenhimmel um den Hals fallen. Der Nonsensfaktor wird in den erweiterten Fassungen damit zumindest reduziert. Und auch wenn „Highlander II“ nie der ursprünglichen Vision entsprechen wird, ist die Special Edition doch die schlüssigste und vor allem visuell eindrucksvollste Variante eines auf seine Weise sehenswert misslungenen Films.


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