Foto: Christoph Niederberger © 1984 Pacific Western Prod. | Orion Pictures © 2001 MGM Home Entertainment

Mein Blog zu James Camerons „Terminator“ von 1984

Avatar von Mr. VHS

Diesmal kommt kein tatsächlicher VHS-Blog zu „Terminator“. Leider zumindest, da ich dieses Tape nicht besitze. Als Jugendlicher hatte ich eine Kaufhaus-Auflage mit der gekürzten Fassung, die bestimmt über 10 Minuten oder wahrscheinlich noch mehr vermissen lies. Vom Fernsehen hatte ich eine weitaus weniger zensierte Fassung auf VHS, die meine Mutter aufgenommen hatte und die noch in den frühen 90ern gelaufen sein musste. Die 18er Auflage lieh ich mir dann Jahre später in der Videothek aus. Auch diese Fassung war minimal gekürzt und erst meine „Special Edition“ – DVD war unzensiert und immer noch indiziert und ab 18, als ich mir diese damals zulegte. Heute ist das anders. Dieser Schwarzenegger-Klassiker ist inzwischen frei ab 16 und frei ungekürzt erhältlich. Die BluRay holte ich mir kürzlich auch und es ist ein Genuss. Ein großes Werk des Science-Fiction-Kinos, welches unendlich mehr ist als nur ein Actionfilm.

Die 18er-VHS ist noch heute sehr begehrt. Vor allem in der Erstauflage. Daher besitze ich sie noch nicht, da mir die Preise dafür meist zu hoch schießen, aber irgendwann habe ich vielleicht Glück. Gesehen und in Händen gehalten habe ich das Tape aber mehrfach bereits.

Spoiler im Text sind hier bei mir immer zu beachten natürlich. Ich verrate einiges. Lesen auf eigene Gefahr.

„Terminator“ ist eine Geschichte über die technische Revolution, die menschliche Kraft über sich hinaus zu wachsen und eine Erzählung, die uns das Wesen von Zeitparadoxa näher bringt, denn ohne den Attentäter würde es den Weltenretter gar nicht geben, wie es uns das Ende der Story deutlich macht. Auch darüber hinaus ist es ein Film über Väter, Mütter und Söhne. Es geht um Familie, Mut und Kampfgeist. „The Terminator“ von 1984 ist daher vielseitig. Mancher bezeichnet ihn (zu recht) auch als eine Art Horrorstory mit einem unheimlichen Killer, der unaufhaltsam seine Opfer jagt. Ich finde, diese Interpretation des Terminators als Killer aus einem Horrofilm ist durchaus gerechtfertigt.

Für mich ist es vor allem ein wirklich intelligenter Actionfilm mit Botschaft und dennoch harter und geradlinig inszenierter Action. Ich war schon immer ein Fan von Arnold und selbstverständlich musste ich als Jugendlicher „Terminator“ 1 und 2 sehen und ich war natürlich begeistert. Für mich ist dies James Camerons beste Arbeit geblieben (beide Teile als Zusammenspiel betrachtet, auch wenn ich hier nur Teil 1 thematisiere). Natürlich ist Cameron für mich nicht nur wegen dieses Films wichtig. Da denke ich nur an „True Lies – Wahre Lügen“ von 1994 [True Lies] (ebenfalls Arnie) und auch „Abyss – Abgrund des Todes“ von 1989 [The Abyss] und „Aliens – Die Rückkehr“ von 1986 [Aliens]. Tolle und epische Werke und in „Abyss“ und „Aliens“ durfte auch Michael Biehn (Kyle Reese aus „The Terminator“) ebenfalls wieder glänzen.

Cameron gilt als Perfektionist, der seine Darsteller extrem fordert. Dies ist nicht für jeden gut und auch nicht immer zu ertragen. Ed Harris zum Beispiel wollte nach „The Abyss“ nie wieder mit ihm arbeiten und schilderte die Dreharbeiten als traumatisches Ereignis. Wenn man sich hier online einliest, ist es nachvollziehbar. Dies ist natürlich wichtig zu beachten, aber Cameron fordert nicht nur, sondern ist auch bemüht perfekte Kunst abzuliefern. Ein Arnold Schwarzenegger zum Beispiel befürwortet dies und Sigorney Weaver ebenfalls (sie war unter Camerons Regie in „Aliens“ und auch „Avatar“ 1 und 2 zu sehen). Nun mag also Cameron einen harten Ruf haben, aber er ist auch ein Visonär und erschafft regelmäßig explosives und spektakuläres Kino (selbst die Titanic im gleichnamigen Film von 1997 lies er atemberaubend versinken).

Losgelöst von solchen Kritiken, schätze ich vor allem Camerons Werk und vor allem den Terminator in seinen beiden Filmen von 1984 und 1991. Das 84er Original, im Kino vertrieben von Orion Pictures, zeigt eine dystopische Zukunft, in der die Menschheit fast völlig ausgelöscht wurde. Es gibt Lager mit Gefangenen, die sich unter dem Joch der Maschinen, die nun die Welt regieren, zu Tode arbeiten müssen. Kyle Reese (Michael Biehn) ist ein Soldat, der aus einem solchen Lager gerettet wurde und nun zum menschlichen Widerstand unter John Connor gehört. Der Anführer der Maschinen, ein Programm namens Skynet, sieht letztlich nur noch eine Möglichkeit John Connor endgültig zu stoppen und die Menschheit zu vernichten. Skynet sendet einen Attentäter, einen Terminator (Arnold Schwarzenegger) durch die Zeit zurück. Die Aufgabe ist hier Sarah Connor (Linda Hamilton), die Mutter John Connors, zu töten und somit die Geburt Connors zu verhindern.

Hier kommt das genannte Zeitparadoxon mit ins Spiel, welches mich bis heute innerhalb des ersten Films fasziniert (dies wurde hier auf „Filme, Serien und Stars“ und auch auf YouTube auf dem dazugehörigen Kanal auch bereits ausführlich besprochen, was ebenfalls sehr zu empfehlen ist).

Hier ist eine umfangreichere Betrachtung dieses Paradoxons nachzulesen, welches die ganze Reihe mit einbezieht: Das Zeitreise Paradoxon in Terminator 2 (1991). Darüber hinaus seht ihr hier unsere Videos zu „Terminator“ 1 und 2: Review: Terminator (1984); Terminator 2 (1991).

Wenn Skynet den Terminator durch die Zeit zurück sendet, sorgt er dafür, dass Kyle zurück reisen muss um Sarah zu beschützen. Da sich Kyle in sie verliebt hat, gehen beide am Ende eine, wenn auch nur kurze, Beziehung ein, und das Resultat ist John selbst. John Connor wusste das. Jahrelang hatte er Kyle hierauf vorbereitet, ohne ihm zu sagen, was geschehen würde, um sich nicht direkt einzumischen. John und Kyle wurden in der Zukunft zu Freunden (so erfahren wir es in Bruchstücken im Verlauf der gesamten „Terminator“-Filmreihe, die aus sechs Filmen besteht und zwei Serien nach sich zog). Absichtlich gibt John Kyle ein Bild seiner Mutter und erzählt ihm von ihr, wohl wissend, dass der Gedanke an Sarah Connor in nie wieder loslassen würde. Vielleicht etwas manipulativ, wenn man mehr darüber nachdenkt, aber dennoch tritt Kyle diese Mission freiwillig an. Er will Sarah kennen lernen dürfen und ist dafür auch bereit sein Leben zu riskieren. In Mitten eines Überlebenskampfes finden Kyle und Sarah zueinander und trotz der nahenden Katastrophe, findet sich hier auch somit Schönes.

Diese Verbindung von Science-Fiction. Lovestory und starker Action begeistert mich bis heute. Diese drei Hauptfiguren: Sarah Connor, Kyle Reese und der Terminator faszinieren auf ihre unterschiedlichen Arten. Der kalte und zielgerichtete Terminator, der alles auslöscht, was sich zwischen ihn und sein Ziel stellt, Kyle, der sein Leben opfern würde um Sarah vor ihm zu schützen und Sarah, eine Frau, die über sich hinauswächst und beweist, dass sie härter ist, als sie selbst glaubt, und dennoch ihre Sensibilität bewahren kann. Diese drei und das phänomenale Setting zwischen Postapokalypse im Jahr 2029 und der Gegenwart des Jahres 1984 machen dieses große Werk aus. Für mich einer der besten Actionfilme aller Zeiten und immer wieder einen Blick wert.


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